Jetzt warte ich darauf
    Dass die Angst vergeht
    Deine Angst – schau mal, wie sie schwelt
    Sie bewegt sich zwischen uns
    Hin und Her und mehr und mehr
    Vergesse ich die beiden Jahre
    In denen meine Angst voll
    Verwunderung und Groll
    Mauern erhob und ein Spinnennetz wob
    Aus maskierten Gesprächen
    In Verbindung getränkt
    Aus traurigen Märchen
    Wie ein Geburtstag ohne Geschenk.

    Wenn man es kühler nähme
    Wenn ich es weiser sähe
    Es würde die Mauer erweichen
    Ich würde mich als deinesgleichen
    Erkennen und lähmen und
    Dieses Verständnis könnte reichen
    Sodass keine Distanz mehr naht
    Nur ein unsichtbares Band
    Das ragt aus Watte und Zucker
    Riesenrädern und einer Mutter
    Die erneut den Jahrmarkt abgesagt hat
    Die erneut auf der Couch am Rad
    Des Schlafens ihre Nahrung rauszieht
    Sag mir, wieso all das schon wieder geschieht!

    Hab‘ ich die Jahre nicht überwunden?
    Sind die Wunden denn noch nicht verschwunden?
    Ich sehe sie seit Jahren nicht mehr bluten
    Sie schmerzen leicht so hin und wieder
    Aber ich höre doch das kleine Kind
    Sie singt die schönsten Lieder
    Sie kümmert sich nicht um ihr Alleinsein
    Sie zweifelt nicht am Liebenswürdigsein
    Sie zögert nicht mal mehr am Wein
    Vergessen hat sie – so musste es sein
    Den Vater verbannt in Worte und Schweigen
    Die Mutter verschwand außer Rand und Band
    Die Mutter – und wir
    Die sich vor ihr verneigen.

    Die Zeit für Zweifellosigkeit
    Ist nun gekommen.
    Eine Zeit der Genesung
    Der Berg wurde erklommen.
    All das Schwarz an den Wänden
    Es ist einfach verschwommen.

    Wir sind aus den Jahren
    Entwachsen
    Entkommen
    Wir sind all den Jahren
    Wie besoffene Fische
    Davongeschwommen.

    Und jetzt schreibe ich wütende
    Sätze und die vereinten Ängste sind wie brütende
    Lachse in einem stickigen, künstlichen Meer.
    Mein Wasser riecht nach Flieder – – –

    Ich schwöre, ich kann nicht mehr.